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SimulTrans Lokalisierungs-Blog

Bewährte Methoden für das Einpflegen von Kundenkorrekturen

[fa icon="calendar"] 25.06.2018 04:17:14 / von Alexandre Rallo

Best practices for implementing corrections-2

Übersetzung ist keine exakte Wissenschaft. Es gibt nicht das richtige Ergebnis am Ende einer translatorischen Gleichung, und obwohl Genauigkeit immer ein Hauptanliegen bleiben wird, erlauben die Vielfalt und Fülle jeder Sprache doch große Flexibilität. Das bedeutet auch, dass unsere Kunden manchmal Änderungswünsche haben und uns ihre Korrekturen zukommen lassen. Wir freuen uns immer über Feedback und nehmen Ihre Präferenzen sehr ernst, doch Sie können auch darauf zählen, dass wir in allen Phasen Ihres Projekts, auch in der Überarbeitungsphase, sprachliches Know-how liefern. Wie gehen wir mit den Korrekturwünschen unserer Kunden um? Welche werden systematisch eingepflegt und von welchen Änderungen raten wir eher ab? Werfen wir einen Blick auf verschiedene Beispiele.

Unsere Vorgehensweise

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Sie Feedback an uns herantragen können. Wenn Sie bestimmte Sätze korrigiert haben wollen, dann müssen wir genau sehen, welche das sind, und wie sie geändert werden sollen. Ist die Datei, die wir an Sie geliefert haben, ein Microsoft Word-Dokument? Dann können Sie uns eine Version zurücksenden, in der Sie die Funktion „Änderungen nachverfolgen“ aktiviert haben. Ist es eine Excel-Datei? Dann fügen Sie einfach eine Spalte neben der Übersetzung ein und schreiben dort Ihre Vorschläge auf. Ist es eine PDF-Datei? Markieren Sie den gewünschten Text und fügen Sie einen Kommentar ein. So können Änderungswünsche klar gekennzeichnet und effizient bearbeitet werden. Je klarer Ihre Korrekturen sind, desto schneller können wir Ihnen die endgültige Fassung zurücksenden. Hier ist ein Beispiel für eine französische Übersetzung, die speziell für diesen Blogartikel erstellt wurde, gefolgt von möglichen Änderungswünschen des Kunden:

Best practices for clients corrections 2

Nicht alle Korrekturen sind hier wirklich nützlich. Tatsächlich sind es die wenigsten, aber es sind Vorschläge und Wünsche, die in der Vergangenheit oft an uns herangetragen wurden.

Terminologische Präferenzen

Wenn Sie uns ein Glossar zur Verfügung stellen (oder uns mit der Erstellung eines Glossars beauftragen), können begriffliche Fragen schon zu Beginn des Projekts geklärt und Probleme ausgeräumt werden. Dennoch enthalten Glossare selten jeden einzelnen Terminus, der jemals in Ihren Texten auftauchen wird. In diesem Fall finden wir die passende Übersetzung dafür. Im obigen Beispiel wurden die Begriffe „calibration“ (Kalibrierung) und „encryption“ (Verschlüsselung) noch nie für diesen Kunden übersetzt. Die Übersetzer fanden dafür die Begriffe „étalonnage“ bzw. „chiffrement“. Ersetzt werden sollen sie jedoch durch „calibration“ und „cryptage“. Obwohl „étalonnage“ die Standardübersetzung ist, gibt es viele Kunden, die im Französischen den Begriff „calibration“ bevorzugen, auch wenn dieser nicht die exakt gleiche Bedeutung hat („calibrage“ wäre in diesem Fall genauer). Wir erklären dies dem Kunden und versuchen aus Gründen der Genauigkeit, den Begriff „étalonnage“ beizubehalten. Der Änderung von „chiffrement“ in „cryptage“ ist hingegen vollkommen akzeptabel. In diesem Zusammenhang sind beide Wörter synonym, also verwenden wir das vom Kunden gewünschte Wort.

Änderungen der Interpunktion

Ein guter Übersetzer weiß, dass sich die Interpunktionsregeln in den verschiedenen Sprachen stark unterscheiden. Was im Englischen funktioniert, muss nicht unbedingt auch im Französischen, Deutschen oder Japanischen so sein. Manchmal wird die Interpunktion im Zieltext geändert, um einen besseren Textfluss zu schaffen. In unserem Beispieltext wurden die ersten zwei Sätze aus dem englischen Original zu einem Satz in der französischen Übersetzung zusammengefasst, und die Kommas wurden zur Auflistung der Funktionen durch Klammern ersetzt. Im Französischen funktionieren lange Sätze in der Regel besser als im Englischen, weshalb viele kurze aneinandergereihte Sätze für französische Augen und Ohren eher seltsam wären. Darüber hinaus möchte der Kunde in seinen Änderungen mehrere Artikel (le, la, l’) in rascher Folge verwenden, was den natürlichen Lesefluss stört und schnell lästig wird. In dem Fall würden wir dem Kunden empfehlen, die vorgeschlagene Übersetzung so weit wie möglich beizubehalten, damit der Text optimal fließt.

Auslassungen/Anpassungen

Sie haben vielleicht bemerkt, dass in unserem Beispiel das Wort „solution“ (Lösung) zuerst mit „solution“ und später mit „système“ übersetzt wurde. Natürlich bemerkte das der Kunde und bat um Korrektur. Der Übersetzer hat sich jedoch bewusst für unterschiedliche Begriffe entschieden, weil die französische Sprache bei Wortwiederholungen nicht so kulant ist wie die englische. Im englischen Originalsatz wird das Wort „solution“ zweimal verwendet. In der französischen Übersetzung sollte das auf jeden Fall vermieden werden, daher das Wort „système“ an zweiter Stelle.

Sie haben vielleicht auch bemerkt, dass in der Übersetzung zwei Teile ausgelassen wurden. Der Teil „You can rest assured“ (seien Sie versichert) im vorletzten Satz würde die Übersetzung unnötig lang machen und der Leser versteht die Bedeutung des Satzes auch ohne diesen ausdrücklichen Hinweis. Schließlich wurde der letzte Satz in der Übersetzung ganz weggelassen, was zunächst seltsam scheint, aber auch hier beabsichtigt ist. Der erneute Hinweis darauf, dass sich die Kamera „ideal“ für die „indoor“-Nutzung eignet, wäre in der Zielsprache repetitiv und nicht sehr elegant.

Schlussfolgerung

Natürlich ist und bleibt der Kunde König. Wenn eine bestimmte Änderung unbedingt umgesetzt werden soll, dann geschieht das auch. Doch auch unsere Übersetzer sind in jeder Projektphase bestrebt, die beste sprachliche Kompetenz zu liefern. Übersetzung ist unser Fachgebiet und wir können mit gutem Gewissen sagen: Wir wissen, was wir tun. Und was wir tun, ist unser Bestes, um die höchstmögliche Qualität zu liefern.

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Thema: Übersetzungsdienstleistungen

Alexandre Rallo

von Alexandre Rallo

Alex has been working at SimulTrans since 2011. He holds a master’s degree in English History, Literature and Linguistics from Université Lumière Lyon 2. After a year teaching secondary school French in Dublin, he joined the company’s translation department – working both from France and Ireland – and has since been involved in the development of its MT program. Greatly attached to the languages he works with, he makes it a point to ensure the team’s deliveries are as fluent as can be. Outside of the office, Alex likes to read and travel.