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SimulTrans Lokalisierungs-Blog

Meine Anerkennung für Übersetzer

[fa icon="calendar"] 03.07.2018 03:06:47 / von Paul Mac Aree

Translators

Ich arbeite seit mehr als 18 Jahren in der Lokalisierung. Angefangen habe ich als Lokalisierungsingenieur und bin dann nach und nach die Leiter nach unten (keine Schlangenwitze bitte) in den Vertrieb geklettert. Anfangs arbeiteten Ingenieure und Übersetzer kaum eng miteinander zusammen und mein Wissen über Fachübersetzer belief sich auf das Versenden von Text und das Wiedereinfügen desselben, diesmal übersetzten Textes an die richtige Stelle.

Der Frust über die Arbeit mit Übersetzern konnte mich zur Weißglut bringen. Sie hatten zum Beispiel die Angewohnheit, doppelte Leerzeichen in Sätze zu streuen, statt gerader Anführungszeichen geschwungene zu verwenden, Stichpunkte in Kleinschreibung zu beginnen oder gar englische Wörter in Klammern hinter ihre Übersetzungen zu schreiben. Natürlich korrigierte ich ihre „Fehler“ mit der Suchen-Ersetzen-Funktion und bearbeitete ihre Übersetzungen kurzerhand manuell. An dieser Stelle kann ich mich nur für jedes Handbuch, jede Software entschuldigen, die bis zum heutigen Tag meine „Korrekturen“ enthält.

Doch ich, und die Qualität lokalisierter Software im Allgemeinen, hatten Glück, dass ich mit einem Team professioneller Übersetzer direkt an einem großen Projekt zusammenarbeiten konnte. Ihr Engagement für gute Qualität und richtige Terminologie war inspirierend. Sie quälten sich mit der Frage, ob eine bestimmte Übersetzung korrekt sei oder nicht, ob ein Satz die richtige Bedeutung übertrage, und änderten ein Wort oft an mehreren Stellen, weil sie sich endlich auf die richtige Interpretation geeinigt hatten.

Ein Übersetzer sagte einmal zu mir, das Übersetzen großer Dokumente ist „etwa so als lese man ein Buch“. Wenn eine Figur in einem Buch noch nicht beschrieben wurde, stellt man sich eine Stimme und ein Bild vor, die sich, je mehr man über diese Figur erfährt, stetig ändern. Bei der Übersetzung und Arbeit an einem Dokument erkannte er mit der Zeit den Tonfall des ursprünglichen Verfassers und änderte in vielen Fällen die ersten Passagen seiner Übersetzung, um auch diesen seine neu gewonnene Würdigung des Verfassers zu verleihen.

Wenn es um Marketinginhalte ging, weigerten sich viele Übersetzer, mit einem Übersetzungstool zu arbeiten, weil es sie auf eine satzweise Übertragung beschränkte. Sie argumentierten, dass man mehr Flexibilität brauche, um kreativ arbeiten zu können, dass sich Wörter ändern sollten, und erdachten oft bessere Konzepte für ihre Sprache als sie das Original hatte.

Ich habe großes Glück, bei SimulTrans noch immer mit Übersetzern zusammenzuarbeiten, die ich seit Jahren schätze und denen ich vertraue. Es freut mich nach wie vor, wenn ein Kunde sagt: „Ich weiß nicht, wie Ihr Übersetzer das hinbekommen hat, es war perfekt.“

Der Aufstieg maschineller Übersetzungen ist gut dokumentiert, die Maschinen haben schon fast menschliche Qualität erreicht und werden immer besser. Diese Maschinen wurden nahezu alle auf dem Rücken des Korpus errichtet, den Fachübersetzer geschaffen haben. Nur durch ihre Liebe zum Detail und ihre harte Arbeit konnte sich die maschinelle Übersetzung so schnell entwickeln.

Die Fähigkeit des professionellen Übersetzers, Stil und Tonfall, Fluss, Genauigkeit und grammatisch richtigen Text zu rekreieren, hat ermöglicht, dass Maschinen für verschiedene Inhaltstypen trainiert werden konnten. In der Zukunft, wenn mehrsprachige Kommunikation simultan und unsichtbar ist, sollte festgehalten werden, dass wir dies nicht nur den Techies verdanken, sondern auch den Heerscharen an professionellen, fleißigen Übersetzern, die die Grundlage für die Technologie mit bereitet haben.

Ich hoffe, dass dieser Tag noch in weiter Ferne liegt, denn ich werde noch immer gerne gescholten, zurechtgewiesen und belehrt – von Profis mit einer Liebe für ihre eigene Sprache und die Branche, die wir alle teilen.

 

Thema: Übersetzungsdienstleistungen

Paul Mac Aree

von Paul Mac Aree

Paul is a Business Development Manager with SimulTrans in Dublin with over 18 years’ experience in the localization industry. With a background in Print and Manufacturing Paul joined the Industry as a localization engineer, specialising in C++ development. Having worked in every facet of the Translation Industry from Testing and Engineering through to Language Quality and Management. He works with his clients to understand their needs and using his experience, develops solutions to meet their goals.